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Sonntag, 27. Januar 2013

Lang ist's schon wieder her - Weihnachten 2012

So komme ich nun also mal dazu, über unser Weihnachten zu schreiben. Meine Schwester kam  spät abends zwei Tage vor Weihnachten an. Ich war schon die ganzen Tage davor ziemlich hibbelig gewesen und konnte es dann auch kaum noch mehr erwarten.
An unserem ersten gemeinsamen Tag hatten wir dann eine kleine Stadtführung gemacht, ich hatte ihr den Campus gezeigt und ein wenig von der Innenstadt. Am Abend hatten wir uns dann daran gemacht, gemeinsam mit Rafael unser Wohnzimmer weihnachtlich zu gestalten. Sämtliche Lichterketten die wir hatten, wanderten an den Baum und an die Wände, der Tannenbaum wurde geschmückt und kreativ wie wir waren wurde aus Geschenkpapier eine Art Merry Christmas-Girlande für die eine leere Wand gebastelt. Besonders stolz waren wir auf den Einfall, die Engellichterkette in den Kamin zu hängen, das gab so schönes Licht :)


An unserem deutschen Weihnachtsmorgen haben wir zu allererst das Essen für abends vorbereitet, bevor es dann mit Kekse backen weiter ging. Rafael hatte noch nie zuvor Weihnachtskekse gebacken, was wir natürlich zugleich ändern mussten. Insbesondere von der Methode, ein eingemehltes Glas als Teigausroller-Ersatz zu nehmen, war er sehr begeistert (Neulich hatte er Pizza gebacken und da habe ich ihn dabei gesehen, wie er den Teig auch wieder mit dem Glas ausrollte. Da musste ich doch ein wenig schmunzeln).
Selbstredend wurden dabei Weihnachtslieder gehört, natürlich auch die Weihnachtsbäckerei. Auch von dem Lied war Rafael sehr angetan und jedes mal wenn an diesem Tag das Lied gespielt wurde rief er wieder ganz begeistert "Die Weihnachtsbäckerei!". Ich glaube das sind mitunter seine einzigen deutschen Wörter. Da haben wir aber ganze Arbeit geleistet...
 
Jennifer am kochen und rechts einen Teil des Essens abends als Buffet aufgetischt
Abends kamen dann noch sechs weitere Freunde, es wurde lustig gespeist, getrunken und als Highlight hatte natürlich auch jeder ein Geschenk für Secret Santa (Julclub) mitgebracht.
Besonders lustig war es, als Andri eine 'Sex and the City'-Bodylotion auspackte, der arme Kerl hat nicht einfach nicht so viel Glück bei Secret Santa. Bereits bei Saras Weihnachtsfeier hatte er eine Pfirsich-Bodylotion vom Body Shop bekommen ;)
Nachdem dann irendwann alle zu sich nach Hause aufgebrochen waren, hatten wir angefangen ein wenig aufzuräumen und haben dann noch mit Rafael und David im Wohnzimmer gesessen. Allerdings überkam meine Schwester und mich dann doch die Neugierde auf unsere Geschenke. Ursprünglich wollten wir sie ganz britisch erst am nächsten Morgen aufmachen, hatten uns dann aber doch umentschieden. Ins Bett gekuschelt wurde somit also der zweite Weihnachtsteil verbracht. Das wir nicht leugnen können, dass wir irgendwie verwandt sind, zeigte sich auch noch einmal darin, dass wir uns beide zufällig gegenseitig unter anderem eine Eulen-Kette geschenkt haben :)
Den nächsten Tag hatten wir dann erst einmal ausgiebig ausgeschlafen und als wir dann runter in die Küche kamen war doch tatsächlich alles blitzeblank aufgeräumt und sogar gewischt! Jennifer und ich hatten am Vortabend zwar schon einiges gemacht, dennoch war noch recht viel übrig gebliegen und da hatte Rafael doch glatt schon alles alleine fertig geputzt! Hach, solche Mitbewohner muss man haben :)
 
Den Rest des Tages haben wir drei dann im Wohnzimmer auf der Couch verbracht - mit einem Herr der Ringe-Marathon. Extended Version. Um und bei 11 Stunden am Stück. Den ersten Teil hatten wir bereits während dem Frühstück begonnen, während dem zweiten Teil muss ich zugeben bin ich kurz eingeschlafen und Abendessen gab es dann während dem dritten Teil. Der Marathon wurde nur kurz durch ein Skypedate mit unseren Eltern unterbrochen, aber ansonsten hatten wir es tatsächlich durchgezogen. Nicht wirklich etwas, worauf man unbedingt stolz sein kann, zum Schluss hatten wir auch nur noch weitergeguckt, da wir nicht kurz vor Ende abbrechen wollten. Generell kann ich euch aber sagen, auch wenn ich die Filme mag, elf Stunden am Stück sind dann doch zu lange! ;)
 

Samstag, 1. Dezember 2012

Ein wandelnder Burrito

Advent, Advent...

Okay, zugeben, heute brennt noch kein Lichtlein. Allerdings ist heute der erste Dezember und somit durfte ich heute morgen das erste Türchen am Adventskalender öffnen. Nun ja, nicht ganz, da es dieses Jahr ein Teekalender ist, ist die Sache mit der Tür eher rhetorisch gemeint. Ich gehöre nämlich zu der seltenen Spezies, die mit Schokolade nicht ganz so viel anfangen kann. Sehr zur Freude meiner Mutter, die sich daher jedes Jahr wieder den Kopf über den Inhalt des Kalenders zerbrechen muss. Ja muss, denn ihrer Meinung nach bin ich alt genug und brauche keinen selbstgebastelten Kalender mehr. Selbstredend ist man aber natürlich nie zu alt für einen Kalender, schon gar nicht für einen selbst zusammengestellten. So wanderte nun also Jahr für Jahr ein Päckchen nicht nur nach Salzgitter, Hamburg oder Kanada, sondern dieses Jahr eben auch nach England. Ein großes Danke an dieser Stelle noch einmal, die Weihnachtszeit wäre ohne den Kalender einfach keine Weihnachtszeit! Und tut mir leid, so schnell werde ich darauf nun bestimmt nicht verzichten :)

Der Heizungs"krieg"

Vor kurzem flatterte unsere erste Strom- und Gasrechnung in den Briefkasten und, was soll man sagen, sie fiel natürlich viel höher aus als erwartet und insbesondere R. viel aus allen Wolken. Zusätzlich kam kurz vorher diese Woche auch noch der Landlord zu einem Kontrollbesuch vorbei und hat unsere Panik angekurbelt, dass zwei-drei Stunden heizen am Tag vollkommen ausreichend sei, da ja Gas so teuer wäre (wirklich?!). Leider haben sich die Kosten dann ja tatsächlich bestätigt. Allerdings bin ich seit seinem Besuch und der dahergehenden Abänderung unserer Heizungspolitik ein wandelnder Burrito, der bis zu acht Tassen Tee am Tag trinkt. Ungelogen. Stellt euch den Spaß vor, der mit dem andauernden aufs Klo gerenne einhergeht...
 
Als ich heute morgen in die Küche kam und dann sogar meinen Atem sehen konnte war allerdings der Spaß endgültig vorbei. Und ich habe die Heizung wieder angedreht-für den ganzen Tag. Meiner Logik nach macht es einfach mehr Sinn, die Heizung immer an zu haben, aber auf einem niedrigen Level, als drei Stunden am Tag volle Power. Und trotz des Spaßes den ich dabei habe, auszuprobieren, wie viele Kleidungsstücke man eigentlich auf einmal anziehen kann, haben Chris und ich uns nun zusammengeschlossen und wollen mit R. morgen mal Klartext reden.
Er ist nämlich absolut dagegen, die Heizung immer anzuhaben. Ich habe so eine leise Vermutung, dass sein Wärmeempfinden nicht ganz funktioniert, denn als ich ihn heute morgen in der Küche traf, war er in T-Shirt und war irriert als ich ihn fragte, ob er nicht friere...Nun gut, ich bin ein Mädchen und ich friere leicht, ich gebe es zu, aber ist sichtbarer Atem nicht doch ein Zeichen dafür, dass ich ausnahmsweise mal in dieser Sache nicht übertreibe?! Und so nebenbei bemerkt, hatte ich erwähnt dass es gestern wieder geschneit hat und das die Höchsttemperaturen momentan bei 2 Grad liegen?
 
Richtiges Texten und Kommunizieren
 
Mir ist aufgefallen, dass seit ich hier bin, sich die durchschnittliche Anzahl meiner SMS (ja, ich gehöre noch zu denen die SMS schreiben, denn haltet euch fest, ich besitze noch kein Smartphone) ziemlich erhöht hat. Genauso bin ich bei facebook viel aktiver. Man kommuniziert nun mal über alles und jeden und zwar immer. 
DIE Giraffe
Neulich saßen wir zum Beispiel in der Vorlesung als Anna mir ihr Smartphone hinschob und mir eine Nachricht von Rosie zeigte, die, wie soll es anders sein, natürlich direkt hinter uns saß. Der Inhalt - überlebenswichtig. Es ging um die Giraffe, die ich an den Rand meines Notizblocks gekritzelt hatte, als ich gerade versuchte ohne Kaffee (ich war zu spät dran) meine Gedanken zur jüngst vorgestellten Medientheorie zu ordnen. Rosie fand nun diese Giraffe so süß, dass sie auch gleich eine gemalt hatte (samt des Baumes) und nun fragte, ob das auch okay sei oder ob das nun als Plagiat gelte (großes Thema hier an der Universität).
 
Um sich nun angemessen beim Texten zu verhalten, gilt es einiges zu beachten. Smileys werden eher selten benutzt und nur, wenn es unabdingbar für das richtige Verständis der Nachricht ist. Eher eignet sich ein 'haha' oder 'ein hehe', dessen Benutzung in Bezug auf den Kontext jedoch lieber nicht zu verwechseln ist. Hinter jeder Nachricht sollte des Weiteren einige 'x' zum Abschied platziert werden, wobei die Anzahl und Benutzung jedoch stark vom Empfänger abhängt. Bei männlichen Adressaten ist 'x' eher mit Vorsicht zu gebrauchen.
Beim mündlichen Kommunizieren ist es nie verkehrt, mit einem "fair enough" zu reagieren und zu meinem absoluten Lieblingswort hat sich "though" entwickelt. Es passt einfach immer perfekt ans Ende eines Satzes. Stets beliebt ist auch ein " I can't be bothered to xyz.."
 
Planking ist ja sowas von gestern!
 
Wer bereits das Planking (das wie ein Brett hinlegen und sich fotografieren lassen Internetphänomen) als überaus originell und spannend empfunden hat, wird von dem neusten Trend, dem Milking, erst recht begeistert sein.
 
Manche Trends muss man einfach nicht verstehen. Das einzig wirklich interessante an dem Video ist, dass Ihr sehen könnt, wo ich immer einkaufe :P
 
 
 

Sonntag, 25. November 2012

Es weihnachtet schon sehr (im November!)

Das erste Interview/der erste Pitch in Englisch

Vor kurzem bekamen wir eine Rundmail, in der in einer Ausschreibung ein Team gesucht wurde, dass (gegen Bezahlung) ein Videowettbewerb für die Uni organisiert und promoted. Prompt habe ich mich mit zwei anderen Studenten zusammengetan und wir haben uns gemeinsam dafür beworben. Es folgte eine Einladung zu einem Interview, für das wir einen fünf Minuten Pitch vorbereiten sollten, indem wir unsere Ideen und unser geplantes Vorgehen präsentieren sollten. Wir hatten alles gut geplant und waren auch total vorbereitet, trotzdem war ich dann überrascht, als wir dann vor Ort waren und alles auf einmal so total förmlich wirkte. Aus irgendeinem Grund hatte ich mir vorher darüber gar keine Gedanken gemacht, wahrscheinlich da ich im Kopf hatte, dass es ja von der Uni aus ist...
Wir wurden zu einem relativ großen Konferenzraum geführt, in der die Marketingleiterin der Uni, der Leiter des Career Services und die Leiterin der Student Union auf uns warteten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann auch schon ins Eingemachte und wir waren gefragt.
Insgesamt lief es super und die Stimmung war auch gut. Am Ende haben wir dann aber doch eine Absage bekommen. Sehr positiv war jedoch, dass wir tatsächlich eine ausführliche Email bekommen haben, in der sie die Absage begündet haben. Sie meinten wir seien ein sehr starkes Team und sie bezweifeln es nicht, dass wir das Projekt ohne Probleme hätten umsetzen können. Allerdings fanden sie den Projektansatz einer anderen Gruppe besser...
 
Schon schade, da es wirklich eine super Gelegenheit gewesen wäre, die ersten Arbeitserfahrungen im Ausland zu sammeln. Andererseits bin ich auch ein wenig erleichtert, da es eine riesige Menge an Arbeit bedeutet hätte, da wir selbst verantwortlich gewesen wären. Das wäre nicht so, dass man morgens zur Arbeit geht und abends nach Hause gehen kann, sondern eben eher durchgängig bis alles erledigt ist...Und gerade da wir im Moment all unsere Assignments haben ist es wohl besser so.
Und immerhin habe ich die Hürde des ersten englischen Vorstellungsgespräches genommen und weiß, dass ich mich auch im Englischen verkaufen kann. Es muss halt nur die Idee stimmen ;)


Auszug von Mark

Vor zwei Wochen kam Mark zu uns und erzählte, dass er ausziehen muss. Er hatte eine Vereinbarung mit der Uni bezüglich seiner Studiengebühren gehabt, doch mitten im Semester fiel denen ein, dass es so nicht gehen kann. Es kam zu großen Streitigkeiten (keine Ahnung was genau im Detail). Das Ende vom Lied war, dass er exmatrikuliert wurde und da unser Haus ausschließlich an Studenten vermietet wird, musste er innerhalb einer Woche ausziehen...
 
Auch wenn ich nicht genau weiß, was dass für eine Vereinbarung war oder worum es genau ging, finde ich es schon ein wenig erschreckend, dass sie ihn innerhalb weniger Tage nicht nur aus der Uni geschmissen haben, sondern auch aus dem Haus.
Ich hatte zwar nicht so viel mit ihm zu tun, trotzdem ist es ganz schön komisch, nur noch zu dritt hier zu wohnen. Das Haus ist plötzlich so groß! Vor allem als ich neulich für eine Nacht ganz alleine war, habe ich mir abends dann doch lieber eine Komödie angeguckt und habe lieber Abstand zu etwas Spannenden genommen ;)

Weihnachtsstimmung im November

Es ist noch nicht einmal Dezember und trotzdem bin ich in einer so weihnachtlichen Stimmung!
Am Mittwoch hatte mal wieder der Postbote geklingelt und erneut ein Päckchen vorbeigebracht. Wir sind so etwas wie eine Postannahmestelle für unsere Nachbarn, die auch wirklich jeden Tag etwas zugeschickt bekommen. Allerdings war ich dieses mal ein wenig verwirrt, als mir der gute Mann direkt das Dings zum unterschreiben hinhielt, anstatt wie sonst erst einmal zu fragem, ob wir es auch annehmen könnten.
Noch komischer war, dass der Aufkleber vorne drauf so nach deutscher Post aussah...Trotzdem habe ich mir nichts weiter dabei gedacht und das Päckchen einfach zur Seite gestellt. Lange Rede kurzer Sinn, umso riesiger war dann die Überraschung, als ich dann doch einen kurzen Blick auf den Empfänger warf und auf einmal tatsächlich mein Name daraufstand!
Das Päckchen war von meinen Eltern und enthielt nicht nur ein Adventskalender, sondern auch ein wenig Weihnachtsdeko - großartig!
 
Freitag waren Anna und ich dann den ganzen Tag unterwegs beim Weihnachtsshoppen, haben den ersten Glühwein getrunken und sind über den Weihnachtsmarkt in Newcastle gegangen. Mittlerweile ist nun auch wirklich die hinterste Ecke eines Ladens weihnachtlich , so dass man sowieso gar nicht anders kann, also in eine weihnachtliche Stimmung zu kommen.
 
Als Krönung kam dann gestern noch I. vorbei und hat einen Weihnachtsbaum vorbei gebracht. Hier in England haben die meisten nur einen künstlichen und da I. Familie einen neuen hat, können wir den anderen haben. Der wurde dann natürlich auch direkt gleich nach dem Steckkastenprinzip aufgebaut. Und ich bin tatsächlich positiv überrascht, wenn man es nicht weiß kann man ihn tatsächlich für echt halten! Nur irgendwie riecht er nicht so richtig :P Bilder folgen auf jedenfall noch.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Dies & Das: Über den ersten Schnee bis hin zum Geordieakzent

Geschichten aus der WG:

Vorgestern kam M. spätnachmittags nach Hause und nahm direkt den Staubsauger und hat das ganze Haus durchgesaugt. Einfach so aus dem Nichts heraus. Sogar die Treppenstufen hat er gesaugt! Danach wurde extra nochmal alle Laminatflächen durchgefeudelt. Ich dachte ich gucke nicht richtig.... Also über die Reinlichkeit meiner Mitbewohner kann ich mich nicht beschweren.

Den Abend davor standen M. und ich in der Küche, als ein leicht angeheiterter R. nach Hause kam und zu uns stolperte. Irgendwie war das Thema auf einmal bei Fußball und R. hat sich tierisch darüber aufgeregt, dass M. nicht einmal mehr weiß, wie viele Spieler überhaupt auf dem Feld sind. Abseits kannte er natürlich auch nicht. So hatte es sich R. zur Aufgabe gemacht, M. die Abseitsregel zu erklären, was aber nicht so leicht war, da M. die Logik dahinter einfach nicht verstehen wollte. Kurzerhand holte daraufhin R. seine Bohnen und Linsen aus dem Vorratsschrank und bastelte damit ein Spielfeld mit Spielern. So kam es also, dass wir am späten Abend in der Küche standen und über die Vorzüge und Nachteile diverser Spielzüge der Bohnen und Linsen disskutierten. Nun ja, mein Anteil war einmal mehr nur der, lachend daneben zu stehen.

Der erste Schnee:

Bis jetzt konnte ich mich noch nicht dazu überwinden, von meiner Sommerjacke Abstand zu nehmen und meinen Wintermantel auszupacken. Ich meine, es ist erst Oktober. Letzten Freitag aber kamen wir aus der Bib und es war plötzlich sowas von kalt. Als ich dann abends zu Hause war und auf facebook ging, posteten auf einmal zig Leute Fotos von Schnee. Ich war echt total verwirrt, hab erst einmal rausgeguckt (es war schon dunkel und ich hatte die Vohänge schon geschlossen) und tatsächlich - da fielen Schneeflocken en masse vom Himmel. Im Oktober!!! Und das Schlimmste daran war, er blieb auch noch liegen. Bis zum nächsten Morgen waren die Straßen und vor allem die Autos mit einer weißen Schicht überzogen. Total verrückt. Mittlerweile sind wir aber immerhin wieder bei warmen 8 Grad - herrlich :P

Echtes chinesisches Essen:

Vor einiger Zeit sind wir mit meinem Media & Law-Kurs zum Gericht gegangen und haben uns Gerichtsverhandlungen angeguckt. Das war nicht wirklich spannend, denn dadurch das erstens die Akkustik so schlecht war und zweitens die im sauberen Geordieakzent gesprochen haben, habe ich einfach mal überhaupt nichts verstanden. Fragt mich nicht, worum es da ging. Ich weiß nur, dass dort sechs Angeklagte saßen...

Auf jedenfall wollten Crystle und ich danach noch irgendwo Lunch essen gehen und Crystle schlug ein chinesisches Restaurant vor, von welchem alle Chinesen hier in Newcastle sagen, es sei mit Abstand das beste. Da ich eigentlich chinesisches Essen mag, sind wir also dorthin. Da Mittagszeit war, mussten wir erst einmal eine Viertelstunde warten, bis überhaupt ein Tisch frei wurde. Als wir dann also an unserem Tisch saßen und die Karte bekamen, wurde mein erster Eindruck bestätigt, dass es sich in der Tat um ein richtiges chinesisches Restaurant handelt. Die Karte war komplett auf chinesisch und die englische Übersetzung war leider nicht immer ganz so verständlich. Also bestellte Crystle kurzerhand etwas für uns beide. Als das Essen kam habe ich dann sehr schnell festgestellt, das unser deutsches chinesisches Essen tatsächlich sehr deutsch ist. So richtig geschmeckt hat es mir nicht, aber da ich ja auch ein wenig wählerisch bin heißt das ja nicht unbedingt was.

Lustigerweise war Crystle aber super erstaunt darüber, dass ich mit Stäbchen essen kann (sogar den Reis!). Sie meinte niedlicher Weise darüberhinaus noch, dass ich in China wohl sehr gut zu recht kommen und die Leute mich auf Grund meiner Art mögen würden.  Also nichts wie auf nach China...

Ebenso interessant war mitzuerleben, wie man eigentlich richtig mit Stäbchen isst, vor allem Gerichte, bei denen die Konsistenz flüssiger ist. So war bei dem einen Gericht recht viel Soße, daher habe ich  natürlich zu dem zum Glück vorhandenen Löffel gegriffen. Crystle dahingegen ist mit dem Mund zur Schale (nicht umgekehrt) und hat den Inhalt schlürfend und schmatzend mit Hilfe der Stäbchen in sich hinein "geschaufelt". Ich befürchte, selbst wenn ich dann demnächst in China bin, werde ich mich wohl an diese Esstechnik nicht gewöhnen :P

Geordieakzent

Ich hatte es oben ja schon kurz erwähnt: inbesondere hier in Newcastle haben die Briten einen sehr starken Akzent. Meistens bemerke ich davon nicht ganz so viel, da er an der Uni nicht wirklich vorherrscht. Sobald man aber mit den richtigen Einheimischen zu tun hat, muss man teils doch schon mehrfach nachfragen, was sie gerade gesagt haben. Am lustigsten finde ich immernoch, dass sie das "u" wie eben im Deutschen als "u" aussprechen und nicht als "a". Das merkt man immer wieder insbesondere bei "much", "up" oder "Pub". Ein anderes Wort was mir auf anhieb einfällt ist "town" was kurzerhand zu "toon" wird.
Ganz am Anfang hatte die Uni auf der einen facebook-Seite ein Video dazu gepostet, dass ich euch nicht vorenthalten möchte:

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Von Audrey Hepburn bis zum Weichspüler – Einblicke in das WG-Leben

27. September 2012

Anderthalb Wochen lebe ich nun hier – ich muss mir das immer wieder bewusst machen – es sind erst anderthalb Wochen hier! Dank des Poster Sales an der Uni habe ich ein wunderschönes riesen Poster mit einer Szene aus „Breakfast at Tiffany's“ erstanden und gemeinsam mit meiner mitgebrachten Lichterkette und neu erstandenen Nachtisch-/Schreibtischlampe macht es doch schon ein wenig her. 


Das WG Leben hat sich als wirklich locker, lustig und einfach total nett herausgestellt. Ob Teller, Tassen, Töpfe, Seife, oder Waschmittel - von Anfang an war eigentlich klar, dass alles von allen benutzt werden kann. Lebensmittel kaufen wir  zwar getrennt, aber meist sind die Grenzen eher fließend. Was manchmal wiederum auch echt anstrengend sein kann. So war es schon zum zweiten Mal, dass ich Milch nehmen wollte und jemand anderes hatte sie aufgebraucht. Als ich nachgefragt habe kam auch ein Sorry,  nimm halt einfach meine, ich habe damit kein Problem. Nee, ich habe damit auch kein Problem meine Sachen zu teilen, aber wenn ich morgens mit meiner Schüssel Cereals vor dem Kühlschrank stehe, will ich halt eben meine Milch haben und es nicht auf gut Glück versuchen! Aber vielleicht trifft da auch nur die spanische Lockerheit mit der etwas deutschen Korrektheit aufeinander ;)

Aber es gibt auch immer wieder wirklich lustige Situationen. So ist es ist doch immer wieder unterhaltsam, an einer humorvollen Unterhaltung über die britische Konstitution („Komm mir bloß nicht mit Kate“) oder über Weichspüler für die Kleidung teilzunehmen. Letztere lief in etwa wie folgt ab:

M. steht mit seinen Klamotten eine Weile vor der Waschmaschine bevor er den Knopf für Öffnen findet. Er stopft sie rein.
R. ganz stolz: Guck mal ich habe Weichspüler gekauft.
M.: Was ist das?
R.: Na, Weichspüler für deine Kleidung.
M.: Und? was soll ich damit?
R.: Wie? Du bist 27 und weißt nicht was Weichspüler ist? Das macht deine Kleidung viel weicher….
M.: Sehr skeptisch. Aha, nee, brauchte ich bis jetzt nicht.
R.: Aber das macht die Kleidung viel weicher. Das ist wie Spülung für die Haare, danach fühlen die sich auch viel schöner und weicher an…
M.: Wenn du meist…
R.: Ja wirklich, das fühlt sich danach viel schöner an…Hier, vertrau mir und probier es aus…
M:. Okay, wenn du meinst… guckt ein wenig ratlos
R.: Das machst du hier rein…

Mein Beitrag war eher der, lachend daneben zustehen. Frage ich mich nur woher R. das mit den Haaren weiss :p Am Rande erwähnt: die Waschmaschine befindet sich in der Küche, der Trockner jedoch lustiger Weise draußen in einem Schuppen. Ich hätte ihn niemals alleine gefunden….

Samstag, 22. September 2012

Und so beginnt es also...

Hallo meine Lieben,

ich bin sehr gut in Newcastle angekommen und habe schon unglaublich viel erledigt. Es kommt mir so vor als waere ich schon laenger hier als nur drei Tage....
Die Anreise hat eigentlich gut geklappt, bis auf das wir auf den Weg nach Heathrow unglaublich viel Wind hatten und wir ein wenig hin und her geschuettelt wurden (mit grossartigen Luftloechern und so). Ich habe mich also tierisch auf den zweiten Flug weiter nach Newcastle gefreut...
Aber von wegen Vorurteile und so - als ich in London ankam hat tatsaechlich die Sonne geschienen! Und bis jetzt kann ich mich wirklich nicht ueber das Wetter beschweren!
Mein Gepaeck kam in Newcastle natuerlich als letztes an, aber wenigstens kam es an. Ich hatte ja schon so meine Befuerchtungen, dass es es nicht ueber London hinaus kommt. Als ich rauskam erwartete mich schon I.* (die Tochter der Halbschwester meines Opas - ich glaube das ist richtig?!). Sie wohnt in der Naehe von Newcastle und hatte angeboten mich abzuholen (mitsamt eines wunderbaren Paket mit Essen - nochmal vielen Dank!). Nachdem wie die Schluessel von der Uni abgeholt hatten, ging es dann auch schon gleich zum Haus und ich bin zum ersten mal meinen Mitbewohnern begegnet. Zwei total liebe, nette und hilfsbereite Menschen - mit denen laesst es sich glaube ich wirklich sehr gut aushalten. Der eine kommt aus UK (M.) , der andere aus Spanien (R.). Gestern habe ich noch die letzte Mitbewohnerin kennengelernt (C.). Sie kommt aus London, ist schon aelter und ein wenig komisch, aber auch super lieb. R. hatte mich schon direkt fuer den Abend auf die Gaesteliste von so einer Party gesetzt, ich war aber dann doch ein wenig zu fertig (Zum Glueck, die Party hat sich im Nachhinein als nicht besonders gut herausgestellt).

Donnerstag bin ich dann mit R. zu einer Welcome Session zur Uni gegangen, war aber nicht so besonders spannend, da wir eigentlich schon so gut wie alles wussten. Da er bereits seit einer Woche hier ist und sich schon ein wenig auskennt bin ich dann den Rest des Tages mit ihm herumgerannt und wir haben meine Studentenkarte geholt, mich beim Arzt registiert, ein Bankkonto eroeffnet, eine Handykarte und Metrokarte geholt, waren einkaufen und was halt noch so alles erledigt werden muss in den ersten Tagen. Gestern haben wir dann direkt am Morgen den Englischtest gemacht, den alle nihct Muttersprachler machen muessen und da so gutes Wetter war, sind wir danach in gefuehlt ganz Newcastle herumgelaufen und haben uns alles angeguckt.
Nachmittags ist dann I. noch einmal vorbeigekommen und wir sind zusammen zu Ikea gefahren und haben erst einmal fleissig geshoppt. (Information am Rande: die deutsche Ikea Family Card laesst sich ganz wunderbar auch im Ausland verwenden :)
Ihr muesst wissen, das Haus ist zwar moebeliert, jedoch gibt es kein Geschirr, Toaster, Wasserkocher, Bettzeug, Schreibtischlampe.... Die Jungs haben zum Glueck schon unglaublich viel gekauft und sich schon um das Internet gekuemmert (wir haben erst ab den ersten Oktober Internet!:( , aber mein Zimmer war doch relativ leer.

Jetzt muss ich mich ersteinmal sortieren- es ist schon so viel los gewesen und ich habe bestimmt die Haelfte vergessen....Also insgesamt kann ich sagen, dass ich mich eigentlich schon total wohlfuehle, Newcastle ist eine wunderschoene Stadt, das Haus finde ich auch total in Ordnung und mit den Mitbewohnern habe ich auch wirklich total Glueck.

So, fuer den Moment waers das erst einmal. Wie gesagt, durch das fehlende Internet werde ich mich wahrscheinlich die erste Zeit eher selten melden. Daher wird es auch zunaechst einmal keine Fotos geben.

Jetzt treffe ich mich gleich ersteinmal mit V. zum Kaffee trinken. Sie hatte sich auch ueber die gleiche Agentur in Deutschland bei der Uni beworben und dadurch hatten wir schon vor Abflug per Email Kontakt aufgenommen.

Bis bald also,
Michelle



* Ich habe beschlossen alle Namen abzukuerzen. Wenn ich so oeffentlich ueber alles schreibe heisst es ja noch lange nicht, dass es denen recht ist :)