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Dienstag, 30. Oktober 2012

Dies & Das: Über den ersten Schnee bis hin zum Geordieakzent

Geschichten aus der WG:

Vorgestern kam M. spätnachmittags nach Hause und nahm direkt den Staubsauger und hat das ganze Haus durchgesaugt. Einfach so aus dem Nichts heraus. Sogar die Treppenstufen hat er gesaugt! Danach wurde extra nochmal alle Laminatflächen durchgefeudelt. Ich dachte ich gucke nicht richtig.... Also über die Reinlichkeit meiner Mitbewohner kann ich mich nicht beschweren.

Den Abend davor standen M. und ich in der Küche, als ein leicht angeheiterter R. nach Hause kam und zu uns stolperte. Irgendwie war das Thema auf einmal bei Fußball und R. hat sich tierisch darüber aufgeregt, dass M. nicht einmal mehr weiß, wie viele Spieler überhaupt auf dem Feld sind. Abseits kannte er natürlich auch nicht. So hatte es sich R. zur Aufgabe gemacht, M. die Abseitsregel zu erklären, was aber nicht so leicht war, da M. die Logik dahinter einfach nicht verstehen wollte. Kurzerhand holte daraufhin R. seine Bohnen und Linsen aus dem Vorratsschrank und bastelte damit ein Spielfeld mit Spielern. So kam es also, dass wir am späten Abend in der Küche standen und über die Vorzüge und Nachteile diverser Spielzüge der Bohnen und Linsen disskutierten. Nun ja, mein Anteil war einmal mehr nur der, lachend daneben zu stehen.

Der erste Schnee:

Bis jetzt konnte ich mich noch nicht dazu überwinden, von meiner Sommerjacke Abstand zu nehmen und meinen Wintermantel auszupacken. Ich meine, es ist erst Oktober. Letzten Freitag aber kamen wir aus der Bib und es war plötzlich sowas von kalt. Als ich dann abends zu Hause war und auf facebook ging, posteten auf einmal zig Leute Fotos von Schnee. Ich war echt total verwirrt, hab erst einmal rausgeguckt (es war schon dunkel und ich hatte die Vohänge schon geschlossen) und tatsächlich - da fielen Schneeflocken en masse vom Himmel. Im Oktober!!! Und das Schlimmste daran war, er blieb auch noch liegen. Bis zum nächsten Morgen waren die Straßen und vor allem die Autos mit einer weißen Schicht überzogen. Total verrückt. Mittlerweile sind wir aber immerhin wieder bei warmen 8 Grad - herrlich :P

Echtes chinesisches Essen:

Vor einiger Zeit sind wir mit meinem Media & Law-Kurs zum Gericht gegangen und haben uns Gerichtsverhandlungen angeguckt. Das war nicht wirklich spannend, denn dadurch das erstens die Akkustik so schlecht war und zweitens die im sauberen Geordieakzent gesprochen haben, habe ich einfach mal überhaupt nichts verstanden. Fragt mich nicht, worum es da ging. Ich weiß nur, dass dort sechs Angeklagte saßen...

Auf jedenfall wollten Crystle und ich danach noch irgendwo Lunch essen gehen und Crystle schlug ein chinesisches Restaurant vor, von welchem alle Chinesen hier in Newcastle sagen, es sei mit Abstand das beste. Da ich eigentlich chinesisches Essen mag, sind wir also dorthin. Da Mittagszeit war, mussten wir erst einmal eine Viertelstunde warten, bis überhaupt ein Tisch frei wurde. Als wir dann also an unserem Tisch saßen und die Karte bekamen, wurde mein erster Eindruck bestätigt, dass es sich in der Tat um ein richtiges chinesisches Restaurant handelt. Die Karte war komplett auf chinesisch und die englische Übersetzung war leider nicht immer ganz so verständlich. Also bestellte Crystle kurzerhand etwas für uns beide. Als das Essen kam habe ich dann sehr schnell festgestellt, das unser deutsches chinesisches Essen tatsächlich sehr deutsch ist. So richtig geschmeckt hat es mir nicht, aber da ich ja auch ein wenig wählerisch bin heißt das ja nicht unbedingt was.

Lustigerweise war Crystle aber super erstaunt darüber, dass ich mit Stäbchen essen kann (sogar den Reis!). Sie meinte niedlicher Weise darüberhinaus noch, dass ich in China wohl sehr gut zu recht kommen und die Leute mich auf Grund meiner Art mögen würden.  Also nichts wie auf nach China...

Ebenso interessant war mitzuerleben, wie man eigentlich richtig mit Stäbchen isst, vor allem Gerichte, bei denen die Konsistenz flüssiger ist. So war bei dem einen Gericht recht viel Soße, daher habe ich  natürlich zu dem zum Glück vorhandenen Löffel gegriffen. Crystle dahingegen ist mit dem Mund zur Schale (nicht umgekehrt) und hat den Inhalt schlürfend und schmatzend mit Hilfe der Stäbchen in sich hinein "geschaufelt". Ich befürchte, selbst wenn ich dann demnächst in China bin, werde ich mich wohl an diese Esstechnik nicht gewöhnen :P

Geordieakzent

Ich hatte es oben ja schon kurz erwähnt: inbesondere hier in Newcastle haben die Briten einen sehr starken Akzent. Meistens bemerke ich davon nicht ganz so viel, da er an der Uni nicht wirklich vorherrscht. Sobald man aber mit den richtigen Einheimischen zu tun hat, muss man teils doch schon mehrfach nachfragen, was sie gerade gesagt haben. Am lustigsten finde ich immernoch, dass sie das "u" wie eben im Deutschen als "u" aussprechen und nicht als "a". Das merkt man immer wieder insbesondere bei "much", "up" oder "Pub". Ein anderes Wort was mir auf anhieb einfällt ist "town" was kurzerhand zu "toon" wird.
Ganz am Anfang hatte die Uni auf der einen facebook-Seite ein Video dazu gepostet, dass ich euch nicht vorenthalten möchte:

Montag, 6. August 2012

// China

Am Freitag hatte ich gelesen, dass der Chinesische Markt auf dem Rathausplatz in Hamburg eröffnet hat (China Time Hamburg 2012). Da mich die chinesische Kultur fasziniert, bin ich direkt am Abend hin und habe mich umgeschaut. Alles in allem ist der Markt sehr niedlich und erinnert entfernt an kleine Chinatowns. Ich kann mir zwar überhaupt nicht vorstellen, für eine längere Zeit in China zu leben, aber trotzdem würde ich das Land gerne mal bei einer Rundreise näher kennenlernen. Daher freue ich mich immer über solche Gelegenheiten, in die chinesische Welt ein wenig "reinzuschnuppern".

Thoughts on a Tranquil Night (Li, Bo/Li, Bai)
In front of my bed, bright moonlight, Can it be frost on the ground?
Lifting my head, I gaze upon the bright moon, Lowering my head, I think of my hometown.
Bei meinem Auslandssemester in Kanada hatte ich einen Anfängerkurs in Chinesisch belegt. Anfänglich hatte ich zwar riesig Angst, dass es viel zu schwierig ist, ausgerechnet Chinesisch auf Englisch zu lernen, aber das erwies sich als unbegründet. Der Kurs hat sehr viel Spaß gemacht und ich bin mir sicher, dass ich Chinesisch auch weiterlernen werde, sobald sich eine Möglichkeit ergibt. Die Sprache fasziniert mich einfach viel zu sehr (allein die Tatsache, dass es kein Alphabet gibt...).

Wusstet Ihr, dass je nach Dialekt die Anzahl der Töne variieren und dass es bis zu acht verschiedene Töne gibt? 
Im Mandarin, der größten chinesischen Dialektgruppe, sind aber jedoch "nur" vier üblich. So kann ein Wort je nach Ton vier teilweise komplett verschiedene Bedeutungen haben. Das Wort "ma" kann zum Beispiel je nach Betonung des Buchstabens "a" Mutter, Hanf, Pferd oder schimpfen heißen.

Direkt nach dem Kurs habe ich mich jedesmal wie ein kleines Kind gefreut, wenn ich zum Beispiel das Schild für Toiletten auf dem Flughafen oder die Hausnummern in Chinatown lesen konnte! Nun ist das schon wieder über ein Jahr her und ich habe, wie es ja mit vielem ohne Übung ist, sehr viel wieder vergessen. Dennoch bleibe ich immer stehen, sobald ich ein chinesisches Symbol sehe und versuche es zu entziffern. 
Manchmal erkenne ich dann tatsächlich auch ein Teil wieder, leider will mir aber oft die Bedeutung dazu nicht mehr einfallen. Die Freude über das Erkennen ("Das kenn ich, das kenn ich! Das Zeichen habe ich 50 mal hintereinander in mein Lernheft geschrieben!") bleibt trotzdem. Und immerhin, ein paar Wörter sind hängengeblieben, so kann ich noch meinen Namen sagen, dass ich Studentin bin und welche Sprachen ich spreche. Was will man mehr ;)