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Mittwoch, 21. November 2012

Remember, remember the fifth of November

Vor zwei Wochen bin ich zu Anna nach Morpeth gefahren, um abends das Feuerwerk zur Bonfire Night anzugucken. Bonfire Night oder auch Guy Fawkes Night genannt, geht zurück auf den 5. November 1605 und wird hier jedes Jahr gefeiert. So weit ich es verstanden habe feiern die Engländer, dass es einem Kerl names Guy Fawkes damals nicht gelungen ist, das House of Parliaments mitsamt King James I in die Luft zu sprengen.
Seitdem wird jedes Jahr eine Nachbildung von ihm angezündet und es gibt jede Menge Feuerwerke.
Das Feuerwerk in Morpeth war schon ziemlich schön, dass Feuer allerdings ein wenig lächerlich. Der Abstand zum Lagerfeuer war aufgrund des bereits mehrmals erwähnten Sicherheitswahn der Briten so groß, dass man es nur grob erahnen konnte...
Anna und ich, sowie ich vor der Feuerwerk-Kulisse inklusive eines obligatorischen Toffee Apple

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Unialltag - der erste Eindruck

Mittlerweile habe ich nicht nur die Einführungswoche erfolgreich absolviert, sondern bin bereits in die dritte Woche des richtigen Unialltags gestartet. In meinem Kurs, Media & Public Relations, sind wir etwa um die 70-80 Studenten - und Überraschung - 70% davon sind Asiaten, meist aus China und nur ein winziger Teil aus anderen Ländern wie Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Afrika, Indien, USA...
Zielsicher bin ich gleich am ersten Tag in die wenigen britischen Studenten gestolpert (es sind vier) die super nett sind und mit denen ich seitdem den Großteil des Unitages verbringe. Mittlerweile kenne ich nun aber auch viele der Asiaten, was sich gerade am Anfang als doch sehr schwierig herausstellte. Da unterhielt man sich mit einigen an einem Tag und am nächsten Tag wusste man zwar all die Namen, aber absolut nicht mehr zu welchem Gesicht sie gehören... Asiaten sehen sich aber auch so was von ähnlich! (Jedenfalls für uns schätze ich). Und es hilft einem auch nicht bei facebook befreundet zu sein, da sie dort meist die chinesischen Namen angeben, sie sich aber bei Gesprächen mit den englischen vorstellen.
Es ist schon irgendwie eine verrückte Welt, wenn man zum ersten mal in die Vorlesung kommt und auf einmal in einem Vorlesungssaal voller Asiaten landet und man keinen Menschen verstehen kann. Da muss man direkt das Gefühl unterdrücken überprüfen zu wollen, in welchem Land man gelandet ist....Insgesamt finde ich es aber schon total cool mit so vielen verschiedenen Nationalitäten zu tun zu haben. Da ich außer V. auch noch keine andere Person aus Deutschland getroffen habe, sprechen wir alle wirklich durchgängig Englisch, was wirklich super ist.

Campus:
Normalerweise hat jede Fachrichtung ihr eigenes Gebäude, von den Architekten bis zum business building. Aus irgendwelchem Grund jedoch hat es sich die Uni zur Aufgabe gemacht, uns Medienleuten in so viele verschiedene Gebäude wie möglich zu schicken. Wir hatten aber auch wirklich jede Einführungsveranstaltung in einem anderen Gebäude! Und der Campus ist nicht gerade klein. Ist man also mit seiner Karte über den Campus gestolpert und hat das richtige Gebäude gefunden, heißt es noch lange nicht, dass man am Ziel ist. Denn jetzt heißt es den Eingang finden! Und ihr könnt sicher sein, man steht immer auf der Seite, auf der es keinen gibt. Nicht nur einmal musste ich um das ganze Gebäude herumlaufen. Spaßigerweise gibt es so zum Beispiel auch ein Gebäude, das geteilt ist: das Bedson Building und das Bedson Teaching Center. Beides ist das gleiche Gebäude, jedoch haben sie unterschiedliche Eingänge und, wie sollte es auch anders sein, man kommt von einem nicht in das andere.
Hat man es gemeistert den richtigen Eingang zu finden, ist man immer noch längst nicht am Ziel. Ich habe noch nie so verwirrende Gebäude gesehen! Auch hier zieht sich die interessante Sicherheitspolitik der Briten fort, die ich schon angesprochen habe: alle paar Meter gibt es eine Brandschutztür, die immer geschlossen sein muss. Durch drei Türen, zwei Stockwerke hoch, rechts, Tür, links, Tür, 10 Meter gerade aus, zwei weitere Türen, um die Ecke rechts - und mit viel Glück ist man erfolgreich angekommen. Witzigerweise haben wir uns in der ersten Woche direkt mit unserer Tutorin in einem der Gebäude verlaufen - wir hatten den Ausgang gesucht :p Schön zu wissen, dass es auch den Dozenten so geht.
Immerhin sind alle total nett. Wenn man nach dem Weg fragt wird er einem nicht nur erklärt, sondern meist direkt auch noch gezeigt. Wahrscheinlich würden ihnen sonst auch zu viele Studenten verloren gehen...

Als ich heute auf dem Campus war habe ich schnell mit dem Handy ein paar Bilder gemacht. Die Qualität ist leider nicht beste, daher erst einmal nur das hier. Es ist die Ansicht des Campus wenn ich aus der Metro komme und eher nur ein "Nebeneingang".
 
Studienfächer
Unser Studiengang hat pro Semester drei Module. Davon sind "Theoretical Approach to PR" and "Media Analysis" pflicht; als drittes habe ich "Media Law" dazu gewählt. Die Kurse bestehen dabei zum einen aus Vorlesungen und zum anderen aus Seminaren, doch der größte Anteil ist Eigenarbeit. So habe ich nur 10 Stunden an der Uni pro Woche, dafür aber eine so lange Readingliste, das ich damit den Weg von hier zur Uni pflastern könnte. Am Ende des Semesters muss ich auch nur einen einzigen Test schreiben, die meisten Assessments erfolgen fortlaufend durch Essays.

Zusätzlich habe ich mich für das Staff und Student Committee für unseren Fachbereich gemeldet. Wir sind etwa 15 Studenten und ein Dozent und treffen uns regelmäßig, um über Probleme, Fächer, Dozenten etc. zu sprechen, um die Qualität des Studiums zu gewährleisten. Ich komme gerade von unserem ersten Treffen und es macht tatsächlich den Eindruck, als ob etwas dahinter steckt. In der Vergangenheit konnten die Student Reps, wie wir genannt werden, bei Problemen oder Ungereimtheiten auch wirklich etwas erreichen. Bei Neuigkeiten dazu werde ich berichten :)

Samstag, 6. Oktober 2012

Die Eigenarten der Briten - Teil 1

Den heutigen Post widme ich kleinen Eigenarten, die mir bis jetzt in England begegnet sind.
Das die Briten ganz vernarrt ins Queueing (in der Schlange stehen) sind, ist ja allbekannt und auch, dass man Winken muss damit der Bus stehen bleibt. Dass sie aber derart vernarrt in Sicherheitsvorschriften sind, hätte ich irgendwie nicht gedacht. Ich dachte immer Deutschland stehe da ganz weit vorne...

Möchte man sich zum Beispiel eine Kamera von der Uni ausleihen, muss man zig Bögen ausfüllen, auf denen genau das Vorhaben, die möglichen Gefahren und die Vorkehrungen aufgelistet werden. Sprich, ich werde bei mir zu Hause im Garten drehen. Mögliche Gefahren sind dabei, dass ich über einen Stein stolpern könnte oder mich ein Vogel attackiert (Sarkasmus). Damit das nicht passieren kann, sind während des Drehs zwei weitere Studenten vor Ort, die auf mich aufpassen. 
Des Weiteren muss eine Kontaktperson aufgelistet werden, die nach Ablauf der Drehzeit bei einem anruft und checkt, ob alles in Ordnung ist. Das heißt, wenn ich von 14-16 Uhr drehe, sage ich meiner Kontaktperson bescheid, dass ich um 17 Uhr wieder zurück bin. Habe ich mich bis dahin nicht gemeldet, ruft mich die Kontaktperson an. Erreicht mich die Kontaktperson nach mehrmaligen Versuchen nicht, muss der Modulleiter verständigt werden.
Ich meine, es kann ja immermal passieren, dass alle drei Studenten gleichzeitig in den Gartenteich fallen und nicht mehr rauskommen können.
Wir verbrachten den ganzen letzten Freitag damit, über solch mögliche Gefahren aufgeklärt zu werden. Da finde ich es schon beinahe banal, dass Kerzen in Universitätsunterkünften nicht erlaubt sind...

Dazu fällt mir auch noch ein, dass unsere Haustür, ich glaube vier Schlösser besitzt. Zusätzlich die hintere Tür noch einmal zwei weitere. Ihr solltet mal meinen Schlüsselbund sehen... (es handelt sich nicht um normale Haustürschlüssel, sondern um so längliche). Da wir aber eigentlich immer nur einen einzigen benutzten (pssst...nicht den Einbrechern in der Gegend verraten), kann ich sie eigentlich mal abnehmen.

Zum Thema Sicherheit hier noch eine Anekdote am Rande:
In der ersten Woche saßen C. und ich frühstückend im Wohnzimmer und unterhielten uns darüber, wie schön und sicher wir die Gegend finden und wie wohl wir uns hier fühlen. Genau in dem Moment klingelt es an der Tür. C. schaut aus dem Fenster, guckt irritiert und sagt nur "Oh man, dass ist die Polizei". Im Schalafanzug stehen wir beide also nun an der Tür und hören zu, wie der nette Polizist uns fragt, ob wir ein Auto hier haben, da ein Betrunkener sämtliche Autos in der Straße in der Nacht demoliert hat...

Nächster interessanter Punkt ist unsere Dusche. Ja unsere Dusche ist tatsächlich einen Absatz für sich wert, denn so richtig komme ich mit ihr immernoch nicht klar.
Unsere Dusche ist elektrisch und somit ist es ratsam daran zu denken, vor dem Duschen an einer von der Decke hängenden Schnur neben der Dusche zu ziehen, um den Strom einzuschalten. (Auch interessant, jede Steckdose hat grundsätzlich einen eigenen Schalter)
Steht man dann in der Dusche gibt es keine Amaturen, sondern nur einen An- und Ausknopf. Mit Hilfe eines Schalters lässt sich daraufhin die Temperatur regeln. In welche Richtung es jedoch warm oder kalt wird, ist irgendwie unterschiedlich. Ist die Temperatur dann einmal eingestellt, bleibt sie leider nicht konstant, so dass es immer mal wieder vorkommen kann, dass man kreischend in die Ecke springen muss, um den kalten oder heißen Wasser zu entkommen.
Immerhin - das Waschbecken und die Badewanne haben Amaturen. Allerdings: links ein warmer Wasserhahn, bei dem innerhalb Sekunden das Wasser heiß wird und rechts einer für kalt, was sehr schnell, nun ja, sehr kalt wird. Jedes mal die reinste Qual der Wahl.

To be continued...